• 29.01.2014Nr.04/2015                                                  Nr. 363/ ( Diese E-Mail-Adresse ist gegen Spambots geschützt! JavaScript muss aktiviert werden, damit sie angezeigt werden kann. )

Der Betreute Bewohner

Ein Blatt für die Bewohner des Hauses Sieker Landstr. 33

Unabhängiges Kampfblatt für Toleranz und Verständnis

 

Kultur heute
„Poetry Slam“, eine Literaturgattung, die immer mehr Anhänger findet.
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Religionsfreiheit gilt nicht in Sachsen Seite 2
Winterspaß Seite 3

Veranstaltungen:

Das „Candle-light Dinner“ am vergangenen Mittwoch war ein voller Erfolg. Es schmeckte hervorragend und auch der Wein war ausgezeichnet. Die Tische waren super dekoriert und der Raum mit Kerzenleuchtern erhellt. Es war ein schönes Erlebnis.

 

Spruch der Woche:


Frieden, Freiheit und gegenseitige Hilfe Sind die Grundlagen jeder kulturerfüllten Gemeinschaft

Franz Carl Endres

 Kultur heute

Poetry Slam“ eine Literaturgattung die immer mehr Anhänger findet.

Vergangene Woche fand im „EKZ Hamburger Straße“ eine hochinteressante literarische Veranstaltung statt. Es handelte sich um einen Wettbewerb von vier Dichter/innnen, die mit kurzen Auftritten, etwa fünf Minuten, das Publikum von ihrer Kunst zu überzeugen versuchten. Um es gleich vorweg zu sagen, es war toll. Alle vier waren großartige Poeten und Auftrittskünstler.

Doch erst einmal etwas zum Verständnis. Jede Darstellungsform hat ihre eigenen Begriffe. Bei dieser Form der Literatur ist es das Englische, weil sie zuerst in den 80er Jahren des vergangenen Jahrhunderts in Amerika aufgekommen ist. Grundsätzlich geht es dabei um „Poetry Slam“ = die Veranstaltung, „Slam“, das ist die literarische Strömung und „Slam Poetry“ bezeichnet das „live“ auf der Bühne vorgetragene Werk des Künstlers/in. Der Poet wird als „Slammer“ bezeichnet. Dies sind nur die Hauptbegriffe, denn die Szene hat sich in viele Formen aufgesplittert, wie es bei den „Kreativen“ oft geschieht, wobei natürlich jede Splittergruppe ihre eigenen Bezeichnungen benutzt.

Vielleicht noch kurz zu dem Begriff „Slam“. Im Englischen bedeutet „slam“ „zuschlagen, jemand ins Gesicht schlagen“ – auf deutsch: „in die Fresse hauen“.

Im Sport ist das Wort „slam“ auch üblich geworden. Man spricht beispielsweise von einem wichtigen Turnier als einem „Grand Slam“. (Tennis).

Vergangenen Samstag war richtig was los. Es hatten sich zahlreiche Zuschauer eingefunden. Die Regeln waren einfach. Jeder Teilnehmer/in hatte zehn Minuten am Mikrophon Zeit, die Zuhörer von seiner/ihrer Leistung zu überzeugen. Von den vier Teilnehmer/innen waren zwei schon rausgeflogen, wie der Moderator erklärte. Überhaupt geht es in der Szene recht burschikos zu, sicher nicht ganz ernst gemeint. So reimte ein Slammer in seiner Vorrede: „If you don’t understand the poet, slam him…“ – „Wenn Du den Dichter nicht verstehst, hau ihm eine in die Fresse…“ – angeblich ein Zitat aus Amerika. Das sachverständige Publikum amüsierte sich königlich.

Dann gings zur Sache. Den Anfang machte eine junge Frau die ihren Text in schnellem Stakkato, kurze Sätze, Begriffe und Worte vortrug. Es war schwer ihr zu folgen, weil, hatte man den Satz kapiert, war schon die Hälfte des nächsten da… Als Thema hatte sie die Einträge in ihrem Handy gewählt. Das ging dann so: 08Uhr30 SMS von Freund: „Hallo Liebling…“/ Antwort „Rutsch mir…“/ Smiley mit rausgestreckter Zunge / 08Uhr35 Nachricht vom Chef: „Kunde fragt nach Ihnen, wo sind Sie?“/ Antwort: drei freundliche Smileys für den Boss / 08Uhr 38 Nachricht von Freund: usw…“

Im zweiten Text beschreibt sie die Auseinandersetzung mit der „Inneren Stimme“. Innere Stimme: „Hab Dir doch gleich gesagt, das wird nichts…“ / „Hätte ja klappen können..“/ „Und mit dem Auto fahren, / hättest du auch lassen können“ / „Iss ja gut / in drei Monaten habe ich den Lappen wieder…“

Das ging so schnell, dass die Zuhörer Mühe damit hatten, den Text zu verstehen geschweige denn zu begreifen. Die Texte waren gut, allerdings las sie von einem Blatt Papier ab. Nichtsdestotrotz applaudierte das Publikum begeistert.

Dann kam der Kollege der jungen Frau. Der ging zum Mikro und legte gleich los. Im gleichen Stil wie die Kollegin berichtete er von seinem Leben als Poet „on the road“, als „Reisepoet“, wie er es nannte. Er berichtete von den mageren Honoraren, die von den „Slammastern“ gezahlt werden und den unwürdige Umständen unter denen die Reisepoeten ihre Tage fristen müssen. So berichtete er, dass er nach einer Odyssee von mehreren Tagen in einem Zug das Abteil plötzlich für sich allein hatte… Immer neue Anekdoten brachte er vor, alles in diesem „rappenden“, stakkatohaften Stil in dem die Pointen wie Hammerschläge fielen… Das Publikum war begeistert.

Sein zweiter Text befasste sich mit Depression. Sein Vortrag kreiste immer wieder um ein halb leeres Glas in seiner Hand. Immer wieder kam er darauf zurück, auf das halb leere Glas in seiner Hand. Warum es denn nicht halb voll sei… Nein, es war halb leer – daran machte er seine Diagnose von der Depression fest.

In seinem letzten Satz stellte er fest, dass das halb leere Glas ein Glas Whisky sei und man Whisky nun mal grundsätzlich aus halb leeren Gläsern trinke…

Das Publikum war von der Aufführung, neudeutsch „Performance“ genannt, hin-gerissen. Er hatte vollkommen frei gesprochen, ohne irgendwelche Notizen. Aus der Abstimmung ging er als klarer Sieger hervor…

Ein Kritiker wurde in einer Reportage über eine „Poetry Slam“ grundsätzlich: „Alle waren sie da, der sensible Lyriker mit dem Schmachtblick hinter der „John Lennon“-Brille, der polternde „Heavy Punk“ mit einer Mordswut im Bauch, der „Freestyle MC“, der so schnell rappte, dass er seinen eigenen Gedanken nicht folgen konnte, der theatralische Esoteriker… und der versoffene, puren Unsinn faselnde Boheme.“

 

 

Religionsfreiheit gilt nicht in Sachsen.

Religions- und Glaubensfreiheit gilt nicht in Sachsen. Diesen Eindruck musste der Zuhörer im TV gewinnen, als der sächsische Ministerpräsident Tillich von der CDU feststellte: „Der Islam gehört nicht zu Sachsen…“

Wie kommt er dazu? Das geht ihn doch gar nichts an. Jeder Deutsche, sei er Moslem, Christ oder Feueranbeter, darf überall in der Bundesrepublik seinen Glauben ausüben. (Grundgesetz) Als Politiker sollte man in der Wahl seiner Worte etwas vorsichtiger sein – oder war es die Absicht, Vorurteile zu schüren und politischen Gewinn aus der aktuellen Situation zu ziehen…?

 

Winterspaß

Vergangenen Freitag hatte es geschneit und die lange, leicht ansteigende Rampe zur Überführung über die Hamburger Straße war spiegelglatt. Das brachte einige Jugendliche dazu die Rampe hinunter zu „glitschen“. Obwohl am Beginn der Rampe eine Treppe hinunter führte, konnten sogar einige Rentner der Versuchung nicht widerstehen, die Schräge hinunter zu rutschen.

Lustig wurde es erst, als einer der Strolche auf die Idee kam, die kleinen Aufsteller mit den Wahlplakten als Schlitten zu benutzen. Die Dinger waren nicht aus Holz, wie sonst, sondern aus Plastik und rutschten fantastisch. Sie hatten auch noch den CDU-Kandidaten erwischt…

 

Witz der Woche:

Ein Pfarrer zu einem seiner Schäfchen, einer Dame mit 99 Jahren: „Wollen Sie nicht mal wieder im Gottesdienst erscheinen?“ – „Lieber nicht, wenn der Herrgott mich sieht, denkt er noch, er hätte mich vergessen…“

Fiete meint: „Ja, ja, so ist das…“

 

 

 

 

Aktualisiert ( Donnerstag, den 29. Januar 2015 um 16:53 Uhr )